Der Hauch im Frequenzsturm: Wie Bilinda Butcher den Rockgesang neu erfand

Das Verschwinden des Egos im Frequenzgewitter

Rockgesang war lange eine Bühne für Behauptung. Die Stimme stand im Zentrum, trug die Botschaft, markierte Persönlichkeit und verlangte nach Aufmerksamkeit. Lautstärke, Pathos und eine gut erkennbare körperliche Präsenz galten als Beweise musikalischer Autorität. Bilinda Butcher schlug mit My Bloody Valentine einen anderen Weg ein. Ihre Stimme wollte nicht über dem Klang schweben, sondern in ihm verschwinden. Wer sich in den Sog von Loveless als klangliches Meisterwerk begibt, hört deshalb keine Sängerin im klassischen Sinn, sondern eine Stimme, die sich wie Licht durch Nebel bewegt.

Butchers Eintritt in den Soundkosmos von My Bloody Valentine bedeutete keinen bloßen Wechsel der Besetzung, sondern eine Verschiebung musikalischer Machtverhältnisse. Zwischen Tremolo-Gitarren, rückwärts wirkenden Texturen und einem Rhythmusfundament ohne eindeutige Schwerkraft wurde der Gesang von seiner traditionellen Führungsrolle gelöst. Er sollte nicht länger alles erklären. Er durfte andeuten, verwischen, schweben und sich der eindeutigen Identifikation entziehen. Genau darin liegt Butchers historische Bedeutung: Sie verwandelte die Stimme in ein gleichberechtigtes Instrument, in eine atmosphärische Oberfläche mit emotionaler Tiefe.

Sängerin singt ins Mikrofon, begleitet von einem Gitarristen im blauen Bühnenlicht
Bei My Bloody Valentine wird die Stimme nicht zum Mittelpunkt der Bühne, sondern zu einer beweglichen Klangschicht, die sich mit dem Gitarrengewitter verbindet. Gerade live wird diese Auflösung körperlich spürbar.

Tradierte Vokalhierarchien und der Bruch mit dem Heldentum

In der Rockmusik der späten Achtzigerjahre war der Leadsänger meist das menschliche Gesicht einer Band. Selbst im Alternative Rock, der sich vom Pathos des Stadionrocks absetzen wollte, blieb die Stimme häufig das Zentrum der Erzählung. Sie sollte Charakter zeigen, Text verständlich machen und im Zweifel über die Instrumente hinweg dominieren. Männliche Sänger wurden dabei oft als vokale Helden inszeniert: mit rauer Brust, ausgreifenden Gesten, kontrollierter Aggression oder einer demonstrativen Verletzlichkeit, die dennoch nach außen gerichtet blieb.

Bilinda Butcher verweigerte diese Form der Selbstdarstellung. Ihr Gesang klingt nicht wie ein Angriff auf den Raum, sondern wie ein Ereignis innerhalb des Raums. Die Tonhöhe bleibt meist klar genug, um Melodie zu vermitteln, doch die Artikulation ist weich, beinahe verschlafen. Konsonanten verlieren ihre Schärfe, Endungen lösen sich auf, und die Stimme scheint häufig näher am inneren Monolog als an der öffentlichen Erklärung zu liegen. Diese Fragilität ist jedoch keine technische Begrenzung. Sie ist eine ästhetische Entscheidung, die Intimität nicht durch Lautstärke, sondern durch Nähe erzeugt.

Klassisches Rockkonzept Ansatz von My Bloody Valentine
Stimme als dominantes Zentrum Stimme als gleichwertige Klangschicht
Textverständlichkeit als Priorität Text als fragmentarische, offene Spur
Virtuosität und Projektion Intimität, Zurücknahme und Schweben
Klare Trennung von Gesang und Begleitung Verschmelzung von Stimme und Gitarren

Diese Umkehrung veränderte auch die Rolle der Sängerin innerhalb einer Rockband. Butcher musste keine vokale Rivalin zu Kevin Shields sein und keine alternative Frontfrau im traditionellen Sinn. Ihre Stimme funktionierte gerade deshalb so stark, weil sie nicht um Herrschaft kämpfte. In Songs wie „When You Sleep“ oder „Sometimes“ entsteht Wirkung durch die Spannung zwischen einer beinahe privaten Stimmfarbe und einem Klangbild, das den Körper überwältigt. Die menschliche Spur bleibt erhalten, aber sie ist nicht mehr der Maßstab, an dem alles andere ausgerichtet wird.

Mikrofonie und Schlaftrunkenheit im Tonstudio

Die berühmte Brüchigkeit von Butchers Gesang ist eng mit der Arbeitsweise im Studio verbunden. Für Loveless wurden Gesangspassagen teilweise direkt nach dem Aufwachen aufgenommen, wenn die Stimme noch nicht vollständig geöffnet, geglättet und auf öffentliche Verständlichkeit eingestellt war. Diese Information ist mehr als eine charmante Anekdote. Sie erklärt, warum die Vokale so weich ansetzen und warum die Stimme eine eigentümliche Mischung aus Nähe und Entrückung besitzt. Der Klang bewahrt den Zustand zwischen Traum und Wachheit.

Auch die Mikrofonierung zielte nicht auf einen großen, repräsentativen Raum. Eine extreme Nahbesprechung reduziert Raumreflexionen und rückt Atem, Lippenbewegung und feinste Instabilitäten in den Vordergrund. Gleichzeitig kann die Stimme durch die Nähe kompakt und dicht wirken, selbst wenn sie leise gesungen wird. Der technische Vorgang erzeugt damit einen Widerspruch, der für My Bloody Valentine zentral ist: Die Stimme klingt körpernah, während ihre Position im Stereobild und im Frequenzmix beinahe körperlos erscheint.

Die Produktion von Loveless entwickelte sich von einer geplanten kurzen Studiosession zu einem langwierigen, kostspieligen Prozess. Kevin Shields wechselte Studios, verfolgte kleinste klangliche Verschiebungen und schichtete Gitarren, Stimmen und Bearbeitungen zu einem schwer reproduzierbaren Gesamtbild. Die detailbesessene Produktion und klangliche Magie des Albums wird bis heute als musikalisches Meisterwerk gefeiert. Shields beschrieb in einem Gespräch über das Finden der Seele eines Songs außerdem eine Arbeitsweise, die Intuition, Offenheit und die Bereitschaft zu Zufällen über konstruierte Kontrolle stellt. Für die Vokalästhetik bedeutet das: Nicht jede Unsauberkeit musste korrigiert werden, wenn sie dem emotionalen Zusammenhang diente.

  • Aufnahmen in einem körperlich ungeschützten, schläfrigen Stimmzustand
  • Extreme Mikrofon-Nähe mit wenig wahrnehmbarem Aufnahmeraum
  • Mehrschichtige Overdubs, die Stimme und Instrumente ineinander verschieben
  • Bewahrung von Atem, Brüchigkeit und kleinen tonalen Abweichungen
  • Abmischung nach Wirkung und Atmosphäre statt nach demonstrativer Klarheit

Vom Leitfaden zur Textur im Frequenzstrom

Das entscheidende Klangereignis bei My Bloody Valentine ist die Auflösung der Grenze zwischen Gitarre und Stimme. Die Tremolo-Technik, die stark verzerrten Akkorde und die sich bewegenden Obertonfelder erzeugen keinen stabilen Hintergrund, vor dem der Gesang lediglich platziert wird. Vielmehr entsteht ein Frequenzstrom, in dem die Stimme dieselben Eigenschaften annimmt wie die Gitarren: Sie flackert, wird unscharf, verdichtet sich und verliert ihre eindeutige räumliche Verankerung. In dieser Mischung ist Butchers Gesang nicht immer als einzelne Spur zu lokalisieren. Er wird zu einer Farbe innerhalb des gesamten Klangkörpers.

Der Verlust an Textverständlichkeit ist dabei eine bewusste poetische Entscheidung. Wo Worte nicht vollständig ankommen, beginnt die Projektion des Hörers. Ein Fragment kann als Erinnerung, Wunsch oder Traumbild weiterwirken. Die Stimme behauptet keine abschließende Bedeutung, sondern eröffnet einen emotionalen Raum. Gerade weil sie nicht jede Silbe festschreibt, kann sie unterschiedliche Zustände tragen. Bei Live-Auftritten wird dieses Prinzip noch körperlicher, wenn Lautstärke, Hall und Raumakustik die Stimmen in die Gitarren zurückführen. Die Musik erscheint dann weniger wie eine Abfolge von Aussagen als wie ein atmosphärisches Wetter, das den Körper umgibt.

Die Anatomie eines Klangkonzepts

Butchers Stil lässt sich nicht auf das Etikett Flüstergesang reduzieren. Das Flüstern ist nur ein Baustein eines viel präziseren Systems. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Tonansatz, Artikulation, Dynamik und Produktion. Ihre Stimme bleibt melodisch gebunden, vermeidet jedoch die harte Kontur, die eine Sängerin sofort in den Vordergrund rücken würde. Sie wirkt weich, weil die Attacke der Töne gedämpft ist, und intensiv, weil die Mikrofon-Nähe selbst kleinste Bewegungen vergrößert.

  • Weicher Tonansatz: Töne beginnen ohne demonstrativen Druck und wirken dadurch beinahe schwebend.
  • Verschliffene Artikulation: Konsonanten treten zurück, wodurch Wörter eher als Klanggesten denn als klare Botschaften erscheinen.
  • Begrenzte Dynamik: Die Stimme bleibt häufig kontrolliert leise, während die Instrumente extreme Lautstärke und Dichte entwickeln.
  • Melodische Einfachheit: Unaufdringliche Linien erhalten durch Wiederholung und Schichtung eine starke emotionale Wirkung.
  • Räumliche Entgrenzung: Overdubs und Mischungsverhältnisse verhindern, dass die Stimme dauerhaft einem einzelnen Punkt im Raum zugeordnet werden kann.

Besonders radikal ist das Verhältnis zwischen ihrem Pegel und der Lautstärke der Band. In klassischer Rockproduktion würde ein leiser Gesang meist angehoben oder durch Kompression nach vorn geholt. My Bloody Valentine verfolgt häufig das Gegenteil. Die Stimme darf von Gitarren bedrängt werden, ohne deshalb bedeutungslos zu werden. Ihre Verletzlichkeit wird im Kontrast zur Klangmasse erst hörbar. Das Ohr sucht nach ihr, verliert sie kurz und entdeckt sie wieder. So entsteht eine Form von Aufmerksamkeit, die nicht durch Dominanz, sondern durch Entzug funktioniert.

Diese Methode prägte nachfolgende Generationen von Dream-Pop- und Shoegaze-Bands. Gruppen aus unterschiedlichen Szenen übernahmen nicht unbedingt die konkrete Gitarrentechnik, wohl aber die Vorstellung, dass Gesang als Textur funktionieren kann. Im Dream Pop wurde die Stimme stärker mit Hall, Chorus und langen Delays umhüllt. Im späteren Shoegaze, Noise Pop und Alternative Rock blieb die Idee lebendig, dass Verständlichkeit nicht automatisch Ausdrucksstärke bedeutet. Butchers Einfluss zeigt sich daher weniger in identischen Kopien als in einer veränderten Produktionslogik: Sängerinnen und Sänger müssen nicht ständig beweisen, dass sie über dem Song stehen. Sie können Teil seiner atmosphärischen Architektur werden.

Wie das Flüstern die Lautstärke für immer veränderte

Bilinda Butchers Vermächtnis liegt in einer stillen, aber tiefgreifenden Verschiebung. Sie hat den Rockgesang nicht durch größere Gesten revolutioniert, sondern durch deren Verweigerung. Ihre Stimme beansprucht keinen Thron im Mix. Sie öffnet eine Zwischenzone, in der Körperlichkeit und Auflösung, Nähe und Distanz, Melodie und Geräusch miteinander verbunden sind. Dadurch wurde der Gesang zu einem Material, das genauso sorgfältig geformt werden kann wie eine Gitarre, ein Schlagzeugraum oder eine elektronische Fläche.

Der nachhaltigste Einfluss dieser Ästhetik besteht im Sieg der Textur über das Pathos. Zeitgenössische Musikproduktion darf Stimmen verhüllen, zerlegen, stapeln und in räumliche Schwingungen verwandeln, ohne dass darin ein Verlust liegen muss. Butchers Gesang erinnert daran, dass emotionale Intensität nicht immer aus dem lauten Bekenntnis entsteht. Manchmal liegt sie in einem kaum gehaltenen Ton, der sich durch das Frequenzgewitter bewegt und gerade deshalb nachhallt, weil er nie vollständig festgehalten werden kann.

Loveless und die Entstehung eines Mythos: Die Odyssee der 19 Studio-Sessions

Das Rauschen im Vakuum eines Londoner Studios

Zwischen 1989 und 1991 klang die britische Gitarrenmusik, als würde sie ihre eigene Oberfläche auflösen. Während Grunge, Madchester und klassischer Indie-Rock um Aufmerksamkeit rangen, entwarf My Bloody Valentine einen Klangraum, in dem Melodie und Übersteuerung nicht länger Gegensätze waren. Loveless, im November 1991 veröffentlicht, schien weniger aufgenommen als aus einem Vakuum geborgen: ein Album aus flimmernden Frequenzen, verschobenen Konturen und Stimmen, die wie Erinnerungen hinter einer Wand aus Licht auftauchen.

Um Kevin Shields bildete sich bald die Figur des isolierten Visionärs, der sich in Londoner Studios einschloss, Techniker verschliss und das Label Creation Records an den Rand des Zusammenbruchs führte. Die häufig wiederholte Erzählung spricht von drei Jahren Arbeit, 19 Studios, 18 Toningenieuren und Produktionskosten von 250.000 Pfund. Doch hinter dieser dramatischen Kurzfassung liegt eine kompliziertere Geschichte. Loveless war weder das zufällige Resultat eines Nervenzusammenbruchs noch alleinige Ursache einer Labelpleite. Die Odyssee entstand aus einer kompromisslosen Klangforschung, in der Gitarrentechnik, Raumakustik, Bandmaschine und menschliche Wahrnehmung neu aufeinander abgestimmt wurden.

Zwischen Mythos und Kontostand bei Creation Records

Die Legende vom 250.000-Pfund-Album besitzt eine unwiderstehliche Dramaturgie. Ein kleines Independent-Label setzt alles auf eine schwer kontrollierbare Band, der Produzent verliert sich in endlosen Aufnahmen, und am Ende steht ein Meisterwerk, das den finanziellen Rahmen sprengt. Alan McGee, Gründer von Creation Records, erzählte diese Geschichte später mehrfach in zugespitzter Form. Sie passte zu seinem Image als impulsiver Labelchef und verlieh Loveless den Charakter eines gefährlichen Wunders. Der Widerspruch von Kevin Shields rückt die wirtschaftliche Chronologie jedoch zurecht.

Shields bestritt, dass die Aufnahmen drei vollständige Jahre in Anspruch genommen hätten. Nach seiner Darstellung dauerte die eigentliche Arbeit ungefähr ein Jahr und vier Monate, unterbrochen durch die Tournee zur Glider-EP. Außerdem sei Creation bereits vor der entscheidenden Phase von Loveless finanziell angeschlagen gewesen. Drogenkonsum, Unerfahrenheit und schlechtes Management hätten die Krise wesentlich stärker geprägt als die Rechnung der Band. Diese Perspektive entlastet Loveless nicht vollständig, verändert aber die Gewichtung. Die Platte war teuer und organisatorisch aufwendig, doch sie war nicht der einsame Auslöser eines bereits stabilen Systems, das erst durch Shields kollabierte.

Der Produktionsablauf blieb dennoch ungewöhnlich. My Bloody Valentine arbeitete zunächst in vergleichsweise günstigen Demoräumen und wechselte später in renommiertere Londoner Studios. Jeder Raum brachte andere technische Bedingungen mit: unterschiedliche Konsolen, Mikrofonbestände, Bandmaschinen, Verstärker und akustische Eigenheiten. Für Shields war das Studio keine neutrale Dienstleistungsumgebung. Die Band war zeitweise ohne feste Unterkunft, sodass der Aufnahmeraum beinahe die Funktion eines Zuhauses übernahm. Kontrolle bedeutete daher nicht nur Perfektionismus, sondern auch Schutz vor einer Industrie, die den Klang der Band vereinfachen oder in konventionelle Rockformen zurückführen wollte.

Schwarzweißaufnahme eines überfüllten Studios mit analogem Aufnahmegerät
Die Studioarbeit an Loveless war weniger ein geradliniger Aufnahmeprozess als eine beharrliche Suche nach dem richtigen Verhältnis von Technik, Raum und menschlicher Wahrnehmung.
Verbreitete Legende Komplexere Einordnung
Drei Jahre ununterbrochene Studioarbeit Etwa ein Jahr und vier Monate intensive Arbeit, unterbrochen durch Tourneen
250.000 Pfund als alleinige Ursache der Krise Hohe Kosten trafen auf bereits bestehende Management- und Finanzprobleme
Unkontrolliertes Chaos Radikale, wenn auch langsame Entscheidungen über Klang, Raum und Dynamik

Die Zermürbung am Mischpult und das Auftauchen von Alan Moulder

Die Belastung für die beteiligten Techniker war erheblich. Mehr als 15 Toningenieure sollen im Verlauf des Projekts mit der Band gearbeitet haben, wobei nicht jeder Wechsel als spektakulärer Bruch verstanden werden muss. Manche Mitarbeiter passten schlicht nicht zu Shields“ Arbeitsweise, andere stießen an die Grenzen ihrer Geduld oder ihres technischen Verständnisses. Häufig ging es um scheinbar kleine Fragen: Wie nah darf ein Mikrofon an einem Lautsprecher stehen? Wie lässt sich ein Gitarrenton so aufnehmen, dass er nicht bloß verzerrt, sondern körperlich instabil wirkt? Welche Frequenzen müssen entfernt werden, damit eine Wand aus Gitarren trotzdem transparent bleibt?

Alan Moulder wurde schließlich zu einer entscheidenden Verbindung zwischen Vision und Ausführbarkeit. Creation engagierte ihn zunächst mit der Erwartung, die Arbeit könne in wenigen Wochen abgeschlossen werden. Moulder brachte Erfahrung mit, aber vor allem die Fähigkeit, Shields nicht vorschnell zu korrigieren. Während andere Ingenieure technische Probleme als Fehler betrachteten, behandelte Moulder sie als Teil der ästhetischen Suche. Beim Mischen der Glider-EP entstand ein Vertrauensverhältnis, das später die Arbeit an Loveless ermöglichte. Moulder blieb offen für ungewöhnliche Verfahren, ohne die praktischen Anforderungen einer Studioaufnahme aus den Augen zu verlieren.

Die Musik verlangte eine Abkehr von der klassischen Rock-Signalkette. Statt Gitarre, Effektgerät, Verstärker und Raum einfach möglichst groß abzubilden, trennte die Produktion Frequenzbereiche, trocknete bestimmte Signale aus und formte andere mit Bandmaschine, Equalizer und begrenzter Kompression. Der Bass wurde mit einem Steinberger-Instrument, frischen Saiten, Verzerrung und einem Ampeg-SVT-Verstärker aufgenommen. Eine nahe Mikrofonierung vermied den dominanten Raumklang. Bei den Gitarren kamen Fender-Instrumente sowie Marshall- und Vox-Verstärker zum Einsatz, doch die Wirkung entstand ebenso sehr durch Spielweise, Mikrofonposition und Nachbearbeitung.

  • Die Mikrofonierung musste extreme Lautstärken erfassen, ohne die fragile Textur zu zerstören.
  • Gitarren sollten breit und körperlich wirken, durften sich aber nicht in undifferenzierbarem Frequenzschlamm verlieren.
  • Drums und Bass benötigten genügend Direktheit, damit die schwebenden Gitarren nicht den gesamten Rhythmus verschluckten.
  • Shields bevorzugte vollständige Takes gegenüber einer stark zusammengesetzten Studio-Performance.
  • Der Sampler eröffnete neue Möglichkeiten, verlängerte aber zugleich die Suche nach endgültigen Arrangements.

Glide Guitar und analoge Magie abseits klassischer Effektketten

Der Schlüssel zum Klang von Loveless liegt nicht in einer möglichst langen Reihe von Effektpedalen. Zwar gehören Verzerrung, Hall, Modulation und Feedback zum Vokabular der Platte, doch die charakteristische Bewegung entsteht vor allem durch die sogenannte Glide Guitar. Shields nutzte das Tremolo-System von Fender Jazzmaster und Jaguar nicht bloß zur gelegentlichen Tonhöhenverzierung. Durch das kontrollierte Betätigen des Systems während des Anschlags konnte ein Akkord kippen, schwanken und sich wieder stabilisieren. Die Gitarre schien damit nicht mehr nur Töne zu erzeugen, sondern den Boden unter diesen Tönen zu verschieben.

Diese Technik verlangte eine ungewöhnliche Verbindung aus Präzision und Instabilität. Ein zu starkes Absenken der Tonhöhe hätte den Akkord aus dem musikalischen Zusammenhang gerissen, ein zu vorsichtiges Spiel dagegen die gewünschte Schwerelosigkeit verhindert. Dazu kamen gezielte analoge Bearbeitungen. Bandkompression, Equalizing und die Wahl bestimmter Verstärker formten ein zusammenhängendes Klangbild, das weniger wie eine Ansammlung einzelner Effekte als wie ein einziger, atmender Hallraum wirkt. Die Gitarren wurden oft nicht in massenhaften Schichten übereinandergelegt. Shields zufolge genügten häufig ein oder zwei Spuren, sofern Spielbewegung und Klangform exakt aufeinandertrafen.

Auch der Gesang verweigert die traditionelle Rockpräsenz. Bilinda Butchers Stimme liegt nicht über der Musik, sondern in ihr. Ihre Spuren wurden unter ungewöhnlichen Bedingungen aufgenommen, teils im Halbschlaf, wodurch die Artikulation eine entrückte, fast körperlose Qualität erhielt. In Songs wie Sometimes oder When You Sleep sind die Worte weniger Botschaft als Atmosphäre. Sie geben den Gitarren eine menschliche Oberfläche, ohne deren Sog zu unterbrechen. Genau darin liegt eine der großen Innovationen von Loveless: Die Produktion behandelt Gesang nicht als dominante Erzählstimme, sondern als weiteres Material neben Rauschen, Anschlag und Resonanz.

  1. Die Jazzmaster oder Jaguar erzeugt mit dem Tremolo-System kontrollierte Tonhöhenschwankungen.
  2. Verstärker, Mikrofone und nahe Aufstellung bestimmen die physische Kontur des Gitarrensignals.
  3. Bandmaschine, Equalizer und Kompression verdichten das Signal, ohne jede Bewegung zu glätten.
  4. Der Sampler verwandelt Feedback und Gitarrenreste in neue Texturen, besonders eindrucksvoll bei To Here Knows When.
  5. Gesang und Rhythmus werden in den Gesamtklang eingebettet, statt ihn hierarchisch zu dominieren.

Aus dieser Methode entwickelte sich ein wesentlicher Teil der DNA des Shoegaze. Der Begriff wurde später mit nach unten gerichteten Blicken, Pedalboards und introspektiver Bühnenhaltung verbunden, doch Loveless zeigt, dass das Genre nicht auf Effektgeräte reduziert werden kann. Entscheidend ist die Produktion als Komposition. Textur, Lautstärke, Auslöschung und räumliche Tiefe werden zu gleichwertigen musikalischen Parametern. Deshalb beeinflusste die Platte nicht nur Gitarrenbands, sondern auch Produzenten und Künstler, die mit Sampling, elektronischer Abstraktion und digitalen Klangflächen arbeiteten.

Das Vermächtnis einer schwebenden Klangkathedrale

Bei seiner Veröffentlichung im November 1991 löste Loveless zunächst weniger allgemeine Begeisterung als eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Bewunderung und Ratlosigkeit aus. Die Platte war zu laut für Dream Pop, zu melodisch für Noise, zu fremdartig für den damaligen Indie-Rock. Ihre Songs besaßen klare Strukturen, doch diese Strukturen waren in einen Klang gehüllt, der jede vertraute Orientierung verschob. Die Wirkung entfaltete sich nicht über einzelne virtuose Momente, sondern über Wiederholung: Mit jedem Hören wurden neue Bewegungen in den Gitarren sichtbar, neue Schatten hinter Butchers Stimme, neue rhythmische Impulse unter der Oberfläche.

Damit verschob Loveless den Standard für Textur und Songwriting. Ein Popsong musste nicht mehr zwischen eingängiger Melodie und experimenteller Produktion wählen. Die Produktion konnte selbst die emotionale Handlung tragen. Diese Idee reicht von frühen Shoegaze-Bands wie Slowdive und Ride bis zu späteren Projekten, die Gitarren in nahezu elektronische Klangkörper verwandelten. Der Einfluss zeigt sich bei Künstlern wie Boards of Canada, Animal Collective und Fennesz, ebenso bei jüngeren Bands wie DIIV oder Midwife. Auch Musiker wie Devon Ross betonen an Loveless weniger eine bestimmte Technik als die unverwechselbare Verbindung aus Gitarrensound, möglicher Maschinenästhetik und emotionaler Distanz. Ein hilfreicher Überblick über die Produktionslogik des Genres findet sich in diesem Shoegaze-Produktionsguide.

  • Für Einsteiger: When You Sleep zeigt, wie unmittelbar Melodie und Klangwand zusammenfinden.
  • Für Klangforscher: To Here Knows When führt in die samplerbasierte, beinahe außermusikalische Seite des Albums.
  • Für Songwriting-Fans: Sometimes demonstriert, wie minimale Harmonik durch Raum und Dynamik vergrößert wird.
  • Für Vinyl-Hörer: Die Platte belohnt konzentriertes Hören, weil ihre Tiefenstaffelung und Verzerrungsnuancen physisch besonders präsent wirken.

Warum dieses analoge Monolith bis heute nachhallt

Loveless bleibt ein Monolith, weil seine Produktionsodyssee nicht bloß eine Anekdote über schwierige Studioarbeit ist. Die langen Sessions, die wechselnden Räume und die Erschöpfung der Beteiligten waren die Konsequenz einer Forschung, die sich mit herkömmlichen Antworten nicht zufriedengab. Shields suchte keinen spektakulären Gitarrensound im konventionellen Sinn. Gesucht wurde ein Klang, in dem Bewegung, Melancholie, Lautstärke und Verletzlichkeit gleichzeitig existieren konnten. Moulder half dabei, diese Idee in konkrete Mikrofonierungen, Verstärkerentscheidungen und Mischungen zu übersetzen.

Die Sensationsgeschichte vom tyrannischen Genie und der beinahe ruinierten Plattenfirma ist deshalb nur die äußere Schale. Musikhistorisch wichtiger ist, dass Loveless die Bedingungen des Hörens veränderte. In einer digitalen Musikwelt, in der nahezu jeder Klang nachträglich kopiert, quantisiert und beliebig bearbeitet werden kann, erinnert das Album an den Wert physischer Begrenzungen. Bandmaschine, Lautsprecher, Raum und Tremolo-Hebel hinterlassen Spuren, die nicht vollständig planbar sind. Gerade diese Reibung lässt die Klangkathedrale weiter schweben. Loveless klingt nicht zeitlos, weil es außerhalb der Geschichte steht, sondern weil es die technischen und emotionalen Möglichkeiten seiner Zeit so radikal dehnte, dass spätere Generationen noch immer darin neue Räume finden.

Die Effektpedale von Kevin Shields: So entstand der My Bloody Valentine Sound

Kevin Shields, der kreative Kopf hinter My Bloody Valentine, hat die Alternative-Rock-Szene der späten 80er und frühen 90er Jahre entscheidend mitgeprägt. Seine innovative Herangehensweise an das Gitarrenspiel, der experimentelle Einsatz des Studios als Instrument und eine beeindruckende Sammlung von Effektpedalen verschmolzen zu dem einzigartigen Shoegaze-Sound der Band. Dieser Artikel taucht tief in die Klangwelt von Shields ein und enthüllt die Geheimnisse seines unverwechselbaren Gitarrensounds.

Mehr als nur Effekte: Eine differenzierte Betrachtung

Obwohl Shoegaze oft mit einem übermäßigen Einsatz von Reverb und Fuzz in Verbindung gebracht wird, betont Shields selbst, dass sein Ansatz weitaus vielschichtiger ist. In einem aufschlussreichen Interview mit Mixdown stellt er klar, dass der charakteristische Sound von My Bloody Valentine (MBV) nicht allein auf der Verwendung von Effektpedalen beruht. Die Reduzierung auf das Genre „Shoegaze“ greift zu kurz und vereinfacht die komplexe Klangästhetik der Band. Überraschenderweise kommen viele Songs, wie zum Beispiel der Klassiker „Only Shallow“, gänzlich ohne Reverb aus. Dies unterstreicht, dass der MBV-Sound weit über den bloßen Einsatz von Bodeneffekten hinausgeht.

Das Studio als Instrument

Schon in den 90er Jahren wurde die Musik von My Bloody Valentine oft als „Studiomanipulation“ beschrieben. Das Studio war für Shields weit mehr als nur ein Ort der Aufnahme – es war ein integraler Bestandteil des kreativen Prozesses, ein Instrument an sich. Klanggestaltung und innovative Produktionstechniken standen im Vordergrund, und Shields nutzte das Studio, um den Klang bis ins kleinste Detail zu formen. Er kritisiert die heutige Tendenz, Informationen ungeprüft aus dem Internet zu übernehmen, und betont die Bedeutung von fundierter Recherche.

Studiotechniken im Detail

Die „Studiomanipulation“ bei My Bloody Valentine umfasste eine Reihe von Techniken. Dazu gehörte der intensive Einsatz von Reverse Reverb, insbesondere durch das Yamaha SPX90, wie in Gearnews detailliert beschrieben wird. Auch Sampling spielte eine wichtige Rolle. Für „To Here Knows When“ nutzte Shields Gitarrenfeedback, um daraus Melodien zu kreieren. Das Layering, also die Schichtung von zahlreichen Gitarrenspuren, war ein weiteres zentrales Element, das zum dichten, vielschichtigen Klang beitrug. Um den typischen, „verschwommenen“ Klang zu erreichen, wurde das Album Loveless in Mono abgemischt, wodurch die einzelnen Spuren zu einer Klangwand verschmolzen.

Die „Glide Guitar“-Technik: Ein Markenzeichen

Ein zentrales Element des Sounds von Kevin Shields ist die „Glide Guitar“-Technik, die er mit seiner Fender Jazzmaster perfektioniert hat. Dabei geht es nicht nur um subtile Vibrato-Effekte; Shields manipuliert den Tremolo-Arm seiner Gitarre rhythmisch und mit Nachdruck. Er hat den Tremolo-Arm sogar modifiziert, um ihn extrem locker zu machen, was ihm eine intuitive und fast unbewusste Kontrolle während des Spielens ermöglicht. Durch das Anschlagen von Akkorden und gleichzeitiges Bewegen des Tremolo-Arms entstehen die charakteristischen Tonhöhenschwankungen, die den Klang von My Bloody Valentine so einzigartig machen – ein schwebender, leicht verstimmter und doch organischer Sound. Wie Shields im Gespräch mit Far Out Magazine enthüllt, entdeckte er diese Technik eher zufällig, als er während der Aufnahmen zu „Thorn“ zum ersten Mal eine Jazzmaster in die Hand nahm.

Reverse Reverb, Sampling und rhythmische Experimente

Der Einsatz von Reverse Reverb ist ein weiteres prägendes Element des MBV-Sounds. Shields verwendete hierfür vor allem das Yamaha SPX90, ein in den 90er Jahren weit verbreitetes Rack-Effektgerät. Der Reverse Reverb erzeugt einen anschwellenden, ätherischen Hall, der den Gitarrenklang in eine traumartige Atmosphäre hüllt. Aber auch Delay- und Chorus-Effekte tragen dazu bei, die dichten und vielschichtigen Klangtexturen zu erzeugen, die für My Bloody Valentine so typisch sind. Shields‘ Experimentierfreude ging sogar so weit, dass er Sampling-Techniken einsetzte. Ein Beispiel hierfür ist der Song „To Here Knows When“, in dem er Gitarrenfeedback sampelte und in melodische Linien verwandelte. Shields war stets auf der Suche nach unkonventionellen Klängen.

Effekte und Rhythmus

Shields beschränkte seine Experimente nicht nur auf Melodie und Harmonie, sondern bezog auch den Rhythmus mit ein. Im Song „All I Need“ erzeugte er mit einem Alesis Midiverb II einen pulsierenden, fast herzschlagähnlichen Rhythmus. Und in „Wonder 2“ verschwimmen die Grenzen zwischen Drums, Effekten und Gitarren zu einer undurchsichtigen Klanglandschaft, wie The Quietus in einer Analyse herausarbeitet. Diese rhythmischen Experimente tragen maßgeblich zum einzigartigen Charakter der Musik von My Bloody Valentine bei.

Der Fender Shields Blender: Eine Hommage an den Fuzz

Shields‘ Vorliebe für Fuzz-Pedale ist unüberhörbar. Seine langjährige Beziehung zum Fender Blender, einem Vintage-Fuzz-Pedal aus den 60er/70er Jahren, führte schließlich zu einer Zusammenarbeit mit Fender. Das Ergebnis ist der Fender Shields Blender, eine limitierte Neuauflage, die um Shields‘ eigene Modifikationen erweitert wurde. Dieses Pedal bietet nicht nur den ursprünglichen Fuzz-Sound des Fender Blenders, sondern auch einen „Sag“-Schaltkreis, der für dynamische Klangeinbrüche sorgt, und die Möglichkeit, verschiedene Fuzz-Kanäle miteinander zu mischen. Shields selbst beschreibt den Klang des Original-Fender Blenders als „fuzziger, wärmer und berührungsempfindlicher“ im Vergleich zu anderen Pedalen, wie in einem Artikel von Guitar World zu lesen ist. Brooklyn Vegan hebt hervor, dass der Fender Blender eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des extremen Sounds der Single You Made Me Realise spielte.

Shields‘ beeindruckende Pedalsammlung

Im Laufe der Jahre hat sich Shields‘ Pedal-Setup stetig erweitert. Fotos zeigen eine beeindruckende Sammlung von Effektpedalen, die auf mehrere Pedalboards verteilt sind. Diese Sammlung umfasst eine Vielzahl von Fuzz-Pedalen, beispielsweise von Devi Ever, aber auch Delays, Modulationseffekte, Equalizer und vieles mehr. Diese Vielfalt an Pedalen verdeutlicht Shields‘ unermüdliche Suche nach neuen und ungewöhnlichen Klängen. Eine detaillierte Auflistung der Pedalboards findet sich bei Everyday Guitar Gear.

Einige Schlüsselpedale im Detail

Neben dem Fender Blender sind einige weitere Pedale besonders hervorzuheben. Der Reverse Reverb des Yamaha SPX90 ist, wie bereits erwähnt, essentiell. Shields nutzte auch gerne die Kombination aus Roger Mayer Active Fuzz und Octave Fuzz, wie Reverb berichtet. Die Digitech Whammy ist ein weiteres wichtiges Pedal für Pitch-Shifting-Effekte. Für das Album Loveless kamen unter anderem Jim Dunlop Fuzz, Marshall Shredmaster und Boss PN-2 Tremolo zum Einsatz, wie Gearnews auflistet.

Verstärker als Teil des Sounds

Um den massiven und vielschichtigen Gitarrensound zu erzeugen, setzte Shields auf eine Kombination verschiedener Verstärker. Dazu gehörten unter anderem der Marshall JCM800, Vox AC30, Hiwatt-Topteile und Fender Dual Showman, wie ebenfalls bei Gearnews nachzulesen ist. Die Kombination dieser Verstärker trug zur klanglichen Breite und Dynamik bei.

Die Herausforderung der Live-Umsetzung

Die Komplexität der Studioaufnahmen von My Bloody Valentine stellt eine große Herausforderung für die Live-Umsetzung dar. Shields ist bekannt dafür, immer noch nach der perfekten Pedal-Kombination zu suchen, um den Sound bestimmter Songs, wie zum Beispiel „Only Shallow“, live adäquat wiederzugeben. Der Sound von My Bloody Valentine ist ein fortlaufender Prozess des Experimentierens und der ständigen Weiterentwicklung.

Das Vermächtnis von Kevin Shields

Kevin Shields ist zweifellos eine der prägendsten Figuren des Shoegaze. Seine innovative Herangehensweise an die Verwendung von Effektpedalen, die Entwicklung der „Glide Guitar“-Technik und sein kompromissloser Ansatz bei der Klanggestaltung haben unzählige Musikerinnen und Musiker inspiriert. Er hat eindrucksvoll bewiesen, dass die E-Gitarre, in Kombination mit den richtigen Werkzeugen und einer kreativen Vision, ein Instrument mit nahezu unendlichen klanglichen Möglichkeiten ist. Sein Vermächtnis manifestiert sich im einzigartigen Sound von My Bloody Valentine und in der Inspiration, die er anderen Musikern gibt, die Grenzen des Klangs immer wieder neu zu definieren und zu erweitern.

Das Frauenbild der Band My Bloody Valentine

Seit 1983 musiziert die britische Rock-Band My Bloody Valentine wohlklingende Balladen und ausdrucksstarke Musik für Rebellen. Nicht selten geht es dabei um die Frau an sich, die ihre eigenen Gefühle offenlegt.

Sweet Darlene und Wein mit Ecstasy – die Welt von MBV

Sweet Darlene etwa, ein Song, bei dem es um die tiefste Zuneigung einer Person zu Darlene geht, zeigt dieses sensible und vielschichtige Frauenbild des Sängers Kevin Shield: Die besungene Darlene ist loveless, aber nichtsdestotrotz ein wunderbarer Mensch, den das lyrische Ich nur lieben kann. Es geht darum, einen Menschen mit seinen Problemen und seiner Geschichte so anzunehmen, wie er im tiefsten Inneren wirklich ist. Darlene wird gerade wegen ihrer Eigenheit geliebt, das ist die Magie, die die Musik von MBV ausmacht.

Motiva: Die Frau werden, die man immer schon sein wollte

Dennoch verspüren viele Frauen den Wunsch, sich zu ändern. Es ist natürlich schön, dass heute immer mehr die Person bei einer Beziehung im Vordergrund steht und nicht ausschließlich auf die Äußerlichkeiten geachtet wird. Neben dieser sozialen Errungenschaft wäre es auch schön, wenn heute nun jeder Mensch genau den Körper und die Möglichkeiten haben könnte, die er sich aus tiefstem Herzen wünscht.

Die Firma Motiva hilft mit Produkten wie ergonomix implantat, genau zu der Person zu werden, die man immer schon werden wollte. Das Ergonomix Implantat zielt darauf ab, ein völlig natürliches Tragegefühl zu verleihen und der Frau das Aussehen zu ermöglichen, das sie sich immer gewünscht hat.

Gemäß der Band My Bloody Valentine ist die innere Schönheit eines Menschen das Wichtigste, das man an ihm sehen kann. Doch der Wunsch nach einer körperlichen Veränderung ist genauso wichtig wie der nach einer seelischen. So sind die Implantate von Motiva ein Tor zu einem neuen Leben, ein Mittel, um sich selbst wieder als die Frau zu fühlen, die man tief im Inneren ist.

Motiva Deutschland – Implantate mit System

Motiva Deutschland produziert seit über 30 Jahren ergonomische Implantate, von denen das Ergonomix Implantat besonders fortschrittlich ist. Allen Implantaten für Brust und Gesäß ist aber gemein, dass sie mit einem nur minimalen Eingriff ohne Narbenbildung eingesetzt werden können, äußerst sicher sind und sich ab dem ersten Tag anfühlen, als seien sie seit jeher Teil des eigenen Körpers. Zudem kann man mit den Implantaten weiterhin allen Tätigkeiten nachgehen, auch Aktivitäten wie Sport, dem Stillen oder einem aktiven Arbeitsstil. Die Ergonomix Implantate und alle weiteren Modelle der Firma Motiva Deutschland sind besonders robust, angenehm komfortabel und fortschrittlich.

Wie bekommt man ein Implantat von Motiva?

Auf der Webseite von Motiva Deutschland kann man nach Chirurgen suchen, die die Produkte von Motiva implantieren. Diese sind allesamt zertifiziert und auf der ganzen Welt verteilt. Da heißt es nur noch: Wein und eine gute Platte von MBV auflegen und warten, bis man endlich mit Motiva die Veränderung in seinem Leben einführt, die man sich immer gewünscht hat.

Bloody-Valentine zum Vernaschen

My Bloody Valentine ist nicht nur eine irische Rockband. Es gibt eine Reihe von Merchandise, Deko und ja, sogar Torten, die sich um einen etwas blutigen Liebesgruß drehen. Ob die Prominenz der Band die Namen dieser Torten beeinflusst hat? Thematisch hängen sie eindeutig zusammen.

Eines der bekanntesten Beispiele ist die eine Torte aus dem Musikvideo Blank Space von Taylor Swift. In dem Song thematisiert Taylor Swift eine gescheiterte Liebe und spielt mit den spannungsgeladenen Extremen, denen sich Liebende oder ehemals Liebende zuwenden: It’s gonna be forever or its gonna go down in flames, es sei entweder ein Für-immer, zerbricht es doch, geht alles in Flammen auf.

In der Torten-Szene sitzt Taylor verweint auf einem imposanten Bett, vor ihr die Bloody Valentine-Torte. Sie ist auf dem ersten Blick ziemlich simpel: weiße Herzform, umrandet von kleinen Tupfern ebenfalls weißer Buttercreme. Die Szene erinnert ein wenig an das klischeehafte Verarbeiten einer gescheiterten Beziehung: Allein im Bett, während man sich mit Süßem vertröstet. Aber die Torte hat mehr in sich! Als Taylor mit einem großen Messer darauf einsticht, ergibt es einen klaren Einschnitt und eine blutrote Füllung läuft heraus.

Dieser Effekt eignet sich wunderbar auch für eine Überraschung-Torte. Wem dies aber doch zu unappetitlich ist, der sollte lieber eine leckere Peppa Wutz Torte bestellen: Eine überraschendes Naschen ganz ohne Sauerei! Das Selber-Backen einer Motiv oder Überraschungstorte ist zudem nicht immer einfach. Die YouTuberin Anne Reardon auf dem Chanel How To Cook That hat die Bloody Valentine-Torte nachgebacken und es erfordert so einige Kniffe. Für den blutigen Effekt muss nicht nur die Konsistenz der Füllung stimmen: Die Torte muss auch mit richtig temperierter Schokolade abgedeckt sein, damit der Anschnitt den richtigen Knick-Geräusch gibt.

Aber egal ob blutig oder verspielt, für welche Torte Sie sich auch immer entscheiden: Wir wünschen guten Appetit.

My Bloody Valentine kündigen neues Album an

Fast fünf Jahre ist es her, seit die Rocker aus Irland ihr letztes Album veröffentlicht haben. Damals gab es wenig Vorankündigung, was die vielen treuen Fans der unverwechselbaren Truppe nicht weiter störte. Schließlich ist es wesentlich weniger frustrierend, relativ spontan von einem fetzigen neuen Album zu erfahren, als über Monate oder gar Jahre hinweg zuzuschauen, wie die versprochene Veröffentlichung neuer Werke immer weiter nach hinten verschoben wird. Andererseits ist Vorfreude bekanntlich die schönste Freude. Vor allem bei einer Band, die auch mal zwei Jahrzehnte an einem Album feilt. Somit ist es kein Wunder, dass Kevin Shields“ Ankündigung eines neuen Albums im letzten September für jede Menge Aufregung gesorgt hat. Damals bestätigte der Sänger, dass ein neues Album für 2018 geplant sei. Wer zufällig einen Kalender griffbereit hat, wird jetzt erst recht nicht stillsitzen können, denn das neue Jahr hat bereits begonnen. Welche stilistischen Merkmale der Band das Album am stärksten aufweisen wird, ist natürlich noch unklar – doch einige Vermutungen gibt es bereits.

Das neue Album – wie sieht es aus?

Ein Neues Album von My Bloody Valentine kann vieles bedeuten. Schließlich gibt es die Band schon mehr als dreißig Jahre. In dieser Zeit haben die Musiker sich stetig weiterentwickelt, selbst als die vier Bandmitglieder zwischendurch auf getrennten Bühnen unterwegs waren. Um zu erhaschen, welche Art Songs das neue Album bieten könnte, lohnt es sich, MBV genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieses Album wurde 2013 veröffentlicht, wobei an einigen Songs bereits 1997 gearbeitet wurde. Somit lässt sich nicht ausschließen, dass auch das für 2018 geplante Album mit viel Zeitaufwand und Hingabe entsteht. Es ist gut vorstellbar, dass ein paar der Songs nicht erst kürzlich, sondern bereits in den letzten fünf Jahren entstanden sind. Ein weiteres Merkmal von MBV war der wilde, schon fast raue Sound. Hier sind die Rocker von My Bloody Valentine ihrem Genre wahrlich gerecht geworden. Das dies bei dem nächsten Album auch so sein wird, ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Schließlich ist auch für die vier irischen Musiker die Zeit nicht im Jahr 2013 stehengeblieben. Eins können Fans dennoch erwarten: das neue Album wird Begeisterung auslösen.

Erst das Album, dann die Tour

Auch wenn die Inhalte des neuen My Bloody Valentine Albums noch nicht klar sind, steht bereits jetzt fest, dass Fans der Band bald wieder richtig abrocken können. Denn Kevin Shields hat nicht nur ein brandneues Album, sondern auch eine große Livetour angekündigt. Diese soll laut dem Sänger bereits im Sommer 2018 beginnen – was auch bedeutet, dass das Album bis dahin wohl veröffentlicht sein wird. In welchen Städten die Rocker zu erwarten sind, ist noch unklar. Dennoch stehen auch hierzulande viele Fans bereits in den Startlöchern. Immerhin ist Vorbereitung wichtig, vor allem wenn My Bloody Valentine mal wieder auf einem großen Festival auftreten. Hier braucht man nicht nur gute Laune, sondern am besten auch ein wetterfestes Zelt und Schuhe für jeden Anlass. Auch wenn es oft nicht zum Rocker-Look passt, können selbst Regenjacken bei open-air Events Gold wert sein. Andererseits kann weder Kälte noch Regen die Stimmung verderben, wenn eine Band wie My Bloody Valentine auf der Bühne steht.

Halloween-Party

Am 31. Oktober ist Halloween, ein Tag, der für viele Menschen ein echtes Highlight darstellt. Insbesondere Kinder können es kaum erwarten, in bunte Kostüme zu schlüpfen und für einen Tag ein Monster, ein Gespenst, ein Skelett oder eine sonstige gruselige Gestalt zu sein. Vor allem in Nordamerika ist Halloween gar nicht mehr wegzudenken: Schon einige Monate im Voraus kann man dort alles kaufen, was man für eine gelungene Halloween-Party braucht. Dazu gehören nicht nur gruselige Kostüme, sondern auch diverse Dekorationsartikel, Süßigkeiten und Getränke. Die Süßigkeiten sind ganz wichtig, denn am Abend des 31. Oktobers klingeln Kinder traditionsgemäß überall in der Nachbarschaft und fragen danach mit den Worten: „Süßes oder Saures?“ Wenn sie nichts vom Hausbewohner bekommen, wird demjenigen ein Streich gespielt. Daher sollten Sie auf jeden Fall Süßigkeiten oder auch kleinere Spielsachen oder Getränke anbieten.

Warum Halloween so toll ist

Dieser besondere Tag hält aber auch für Erwachsene allerlei Überraschungen bereit. Mittlerweile gibt es die berühmten Halloween-Partys nämlich längst nicht nur in den USA, sondern weltweit. Auch in Deutschland gibt es in den meisten größeren Städten eine entsprechende Feier. Ganz wichtig ist, dass Sie dort verkleidet erscheinen. Die richtigen Kostüme sorgen nämlich für eine tolle Atmosphäre. Tragen Sie zum Beispiel ein Kostüm einer Figur aus Ihrem liebsten Horrorfilm. Sie müssen übrigens nicht unbedingt ein Kostüm kaufen, sondern haben auch die Möglichkeit, sich an einen Kostümverleih zu wenden. Dies ist meist deutlich kostengünstiger. Vergessen Sie auch nicht, sich entsprechend zu schminken oder eine Maske zu tragen, um das Outfit zu perfektionieren. Zudem sollten Sie unbedingt Fotos machen. Schließlich schlüpft man ja meist nur an Halloween in eine völlig andere Rolle. Solche Fotos oder auch Videos können eine tolle Erinnerung an diesen wunderbaren Tag sein. Wir wünschen Ihnen dabei viel Vergnügen!

Die beste Verkleidung

Viele Frauen verkleiden sich an Halloween übrigens besonders gern als gruselige Krankenschwester, deren Kleidung viele Blutflecke aufweist. Dieses Outfit hat den Vorteil, dass man sich meist nicht unbedingt ein spezielles Kostüm dafür kaufen muss. Meist reicht es aus, ein altes, weißes Hemd und eine weiße Hose anzuziehen. Dann kann man mit etwas roter Farbe Flecken darauf malen und sich ein paar passende Accessoires besorgen. In Apotheken kann man zum Beispiel Spritzen und Verbandszeug günstig kaufen. Falls Sie sich übrigens tatsächlich für einen Job als Krankenschwester interessieren, sollten Sie sich auf krankenschwesterjobs.de umschauen. Dies ist ein innovatives Karriereportal, das speziell für diese Berufsgruppe kreiert wurde und viele nützliche Informationen für Sie bereithält. Selbst wenn Sie sich nur über diesen Job informieren möchten, um Ihre Rolle an Halloween überzeugend zu spielen, kann diese Website hilfreich sein.

Album

Als Album bezeichnet man im musikalischen Bereich üblicherweise einen Tonträger, auf dem verschiedene Lieder eines Interpreten zusammengestellt sind. Damit unterscheidet sich das Album vom Sampler, auf dem verschiedene Lieder verschiedener Interpreten kombiniert werden, sowie von der Single, auf der ein Lied eines Interpreten in unterschiedlichen Variationen veröffentlicht wird. Seit Mitte der 70er Jahre wird in Deutschland beobachtet, welche Alben gerade besonders erfolgreich sind: Der Bundesverband der Musikindustrie und die Firma GfK Entertainment (vorher Media Control) kontrollieren von Woche zu Woche, welche Alben momentan Erfolge feiern und sich besonders gut verkaufen. Je nach diesen Zahlen kommen die deutschen Albumcharts mit den meistverkauften 100 Alben in Deutschland zustande. Die meisten Alben in den deutschen Albumcharts hat bisher der Sänger James Last platzieren können: 110 seiner Platten erreichten zwischen 1965 und 2009 die Top 100.

Die Ärzte – Berliner Punk

Eine Band, deren neue Werke regelmäßig die Albumcharts anführen, sind „Die Ärzte“ aus Berlin. Seit 1982 machen sie gemeinsam Musik und gelten zusammen mit der Band „Die Toten Hosen“ als die Repräsentanten des deutschen Punks schlechthin. Insgesamt veröffentlichten sie bisher zwölf Alben, zahlreiche Singles und sind häufig auf Tour. Sieben ihrer Alben landeten auf Platz 1 der deutschen Albumcharts, so auch ihre letzte Neuerscheinung namens „auch“ aus dem Jahr 2012. Einer ihrer bekanntesten Songs ist „Schrei nach Liebe“, der sich gegen Rechtsradikalismus und Neonazis richtet und 1993 veröffentlicht wurde. Ausgelöst durch die „Aktion Arschloch“ – eine Art Online-Aufruf zum Kauf der Single aus Protest gegen fremdenfeindliche Übergriffe – stieg die Single am 11. September 2015 erneut in die deutschen Singlecharts ein. Sie belegte dort Platz 1 – und das 22 Jahre nach ihrer ersten Veröffentlichung. Die Erlöse aus dem Verkauf spendeten die Ärzte an den Verein „Pro Asyl“.

Ärzte, aber keine Mediziner

Die aktuelle Besetzung der Ärtze besteht aus drei Männern, die unter den Künstlernamen Farin Urlaub, Bela B und Rodrigo González bekannt sind. Während Farin Urlaub und Bela B die Band in den 80er Jahren mitbegründeten, stieß Rodrigo González erst später hinzu. Für die Wahl des Bandnamens „Die Ärzte“ gab es angeblich keinen speziellen Grund – immerhin ist keiner der Musiker ein wirklicher Mediziner. (Echte Ärzte finden Jobs zum Beispiel unter fachaerztejobs.de) Man munkelt, es habe Bela B, der seine Plattensammlung alphabetisch sortierte, gestört, dass sich keine Band mit dem Anfangsbuchstaben „Ä“ fand. Also habe man sich schnell auf „Die Ärzte“ geeinigt, um diese Lücke zu füllen und im Alphabet ganz vorn aufzutauchen. Seit 30 Jahren versorgen „Die Ärzte“ Deutschland mit experimentierfreudigem Punk, der mal angesagte Popsongs aufs Korn nimmt oder Richtung Rock’n’Roll changiert.

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